Inneres Kind - Blog Karen Prillwitz

Mit dem Begriff „Inneres Kind“ sind bewusste und unterbewusste Erinnerungen an unsere Kinderzeit gemeint, die auch heute noch unser Leben beeinflussen können, zum Beispiel als sogenannte Antreiber. Damit man sich das besser vorstellen kann, eben wie ein kleines Mädchen oder einen kleinen Jungen, nennt man sie inneres Kind. Aber woran merken wir, ob solche Erinnerungen für uns überhaupt wichtig sind?

Meine Erfahrung aus vielen Coaching Gesprächen zeigt: Die Erlebnisse unserer Kinderzeit haben eine große Bedeutung für unser Erwachsenen-Leben. Dort erlernen wir unser Konflikt- und Kommunikations-Verhalten, unsere Persönlichkeit entfaltet sich und auch unser Selbstwertgefühl entwickelt sich.

Wurden Sie als Kind um Ihrer selbst willen geliebt? Hatten Sie ein sicheres und geborgenes Zuhause? Durften Sie all Ihre Gefühle zeigen und aus Fehlern lernen? Sind Sie von schweren Schicksalsschlägen verschont geblieben? Sie hatten großes Glück. Vermutlich haben Sie ein gutes Selbstwertgefühl, können klar und direkt kommunizieren und auch Konflikte relativ gut bewältigen.

Vielen Kindern ist es nicht so ergangen und das hat Spuren hinterlassen, die viele von uns in sich spüren, ohne zu wissen, woher das kommt. Unser Handeln wird oft davon bestimmt, ohne dass wir es merken.

Das kommt Ihnen komisch vor?

Hier ein Beispiel: Manche Menschen versuchen, es allen anderen recht zu machen. Sie haben ein großes Harmonie-Bedürfnis und strengen sich dabei wahnsinnig an, vergessen dabei sich selbst. In Konflikten versuchen sie zu vermitteln, sind sozusagen als kleine Friedensengel unterwegs.

Sie meinen das gehört zur Persönlichkeit?

Vielleicht zum Teil, doch wenn Sie sich dafür anstrengen müssen, wenn es ein innerer Zwang ist Harmonie herzustellen und Sie dabei nicht mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse achten können, dann hat das vermutlich mit Ihren Erlebnissen als Kind zu tun. Sie haben gelernt, nur wenn Sie es allen recht machen, werden Sie geliebt.

Es gibt weitere solche Antreiber. Perfektionismus gehört z.B. auch dazu. Wenn ein Kind lernt, dass es, nur wenn es sich anstrengt, geliebt wird, kann das die Ursache für einen späteren Burnout sein.

Wann sollten Sie sich mit Ihrem inneren Kind beschäftigen?

Wenn Sie unter einem Verhaltensmuster leiden, es immer wieder Dramen in ihrem Leben gibt, wenn Sie trotz aller Anstrengung eine Eigenheit nicht „in den Griff“ bekommen, wenn Sie erschöpft sind und nicht wissen, wie sie das ändern sollen, dann können all dies Anlässe sein, sich mit Ihren unterbewussten Kindheits-Erinnerungen zu beschäftigen. Was ist Ihr Antreiber und welche Botschaft hat man Ihnen als Kind mitgegeben?

Wenn Sie sich erinnern, Mitgefühl mit sich selbst als Kind entwickeln können und dadurch liebevoller mit sich selbst umgehen können, wird manches leichter. Es ist, als würden Sie einen Teil von sich neu entdecken und damit können mehr Energie, mehr Kraft und mehr Freude am Leben entstehen. Sie erkennen, Sie haben eine Wahl.

Mir liegen diese inneren Kinder sehr am Herzen. In diesem Blog möchte ich Sie zu Wort kommen lassen. Sie sollen aus ihrer Perspektive ihre Gefühle äußern dürfen. Ich würde mich freuen, wenn diese Geschichten sie berühren. Ihr Feedback oder eigene Geschichten sind willkommen. Vielleicht finden Sie sich ja auch in der ein oder anderen Geschichte wieder.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute.

Ihre Karen Prillwitz

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