Sie haben ein tolles Team und motivierte Mitarbeiter? Eine wunderbare Situation. Doch wie stellen Sie sicher, dass die Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen erhalten bleibt? Wie erkennen Sie, wenn Mitarbeiter überlastet sind und ein Burnout droht?

Gerade in Zeiten des Fachkräfte-Mangels ist es schwer, über längere Zeit erkrankte Mitarbeiter zu ersetzen.  Und oft sind es gerade die engagierten und leistungsfähigen Mitarbeiter, die scheinbar überraschend mit einem Burnout ausfallen.

Wie können Sie eine Burnout Gefahr bei Mitarbeitern frühzeitig erkennen und so die Leistungsfähigkeit des Teams erhalten?

Meist sind besonders die Mitarbeiter gefährdet, die gerne viel Verantwortung übernehmen, manchmal zu viel, insbesondere wenn es sich um Themen handelt, die nicht im eigenen Verantwortungsbereich liegen. Eigentlich eine Stärke, wenn Mitarbeiter über ihre Grenzen hinaus wirksam werden, kann diese Eigenschaft zu einer Falle werden. Klappt das längere Zeit nicht, entsteht Frustration und ein Gefühl von Ohnmacht. Einen hohen Qualitätsanspruch zu haben, ihn aber trotz aller Anstrengung nicht erfüllen zu können, kann zu einem Gefühl von ausgeliefert sein und einer Opferhaltung führen.

Das Gefühl von Ohnmacht und fehlenden Einflussmöglichkeiten ist eines der größten Energiefresser im Arbeitsleben.

Folgende Warnsignale sollten Sie beachten:

  • Die Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters nimmt, trotz vieler Überstunden, ab
  • Der Mitarbeiter missachtet die eigenen Bedürfnisse
  • Eine geschönte Darstellung der eigenen Leistung bei mäßigen Ergebnissen (kann auch ein Hinweis auf eine narzisstische Veranlagung sein)
  • Rechtfertigung mäßiger Arbeitsergebnisse, weil andere nicht gut oder nicht rechtzeitig liefern
  • Verstärkter Wunsch nach Anerkennung der Leistung
  • Das Lachen geht verloren oder wirkt künstlich, der Mitarbeiter wirkt angespannt
  • Die Körper – Haltung verändert sich (Dynamik geht verloren, Blick wandert, Unruhe, Ticks)
  • Gefühl, Mitarbeiter steht unter Druck (weniger Geduld, gepresstes, schnelles Sprechen, hochgezogene Schultern, Verlust an Empathie, Hektik, …)
  • Die Realität wird verschoben wahrgenommen oder sogar abgelehnt
  • Angst vor Versagen und Fehlern nimmt zu
  • Auch nach einem Urlaub ist der Mitarbeiter nach einem Tag wieder im Hamsterrad und jegliche Erholung verschwunden
  • Gesundheitliche Probleme treten auf und werden bagatellisiert
  • Erst in einem späten Stadium: Anstieg der Krankheitstage

Es ist der Grad der Veränderung und die Summe der oben beschriebenen Punkte, die die Dringlichkeit ausmacht. Eine kurzfristige Erschöpfung führt noch nicht zu einem Burnout. Ein Burnout entsteht langsam, meist über Jahre. Wie ein Stundenzeiger auf einer Uhr, schreitet ein Burnout langsam voran.

Der Phase der idealistischen Begeisterung folgt eine Phase von Stillstand und Ernüchterung. Bis hierher ist es noch relativ leicht für eine Entlastung zu sorgen. Kommen jedoch eine anhaltende Frustration, Rückzug und eine Entfremdung von sich selbst hinzu, der sogenannten Depersonalisierung, ist es dringend Zeit zu handeln. Denn in der letzten Phase, der Apathie, ist Ihr Mitarbeiter bereits schwer erkrankt. Eine ärztliche oder gar klinische Behandlung und eine gravierende Lebensumstellung sind oft der einzige Ausweg.

Ein Burnout kann viele Ursachen haben. Nicht immer liegen die Ursachen in der eigentlichen Arbeitslast. Familiäre Belastungen, die eigenen Antreiber oder auch eine Distanzierung von den Werten der Firma können mögliche Gründe sein. Es ist daher wichtig für Betroffene, den Lebensbereich, aus dem die Überforderung kommt zu identifizieren. Es geht darum den Körper wieder mit Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Natürlich gibt es Mitarbeiter mit einem höheren Selbstschutz, man spricht hier von einer höheren Resilienz. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst, haben eine positive Selbstwahrnehmung, sind gelassen und können gut mit eigenen Fehlern umgehen. Vor allem haben sie Vertrauen in ihre eigene Wirksamkeit. Hier können Sie als Führungskraft ansetzen. Leben Sie aktiv eine Feedback und Fehler-Kultur, geben Sie Ihren Mitarbeitern ein Gefühl von Wirksamkeit. Bestärken Sie Achtsamkeit, die Beachtung der eigenen Bedürfnisse und Dankbarkeit.

Wie gehen Sie damit um, wenn jemand nach langer Krankheit zurück kommt?

  • Nutzen Sie die Möglichkeiten zur Wiedereingliederung
  • Bedenken Sie: Probleme in der Wiedereingliederung sind normal, auch Tränen und plötzlicher Arbeitsabbruch gehören dazu
    Haben Sie Geduld und stärken Sie dem Mitarbeiter gegenüber Kollegen den Rücken
  • Stärken Sie die Eigenverantwortung des Mitarbeiters (MA achtet selbst darauf, wieviel er leisten kann)
  • Führen Sie zu Beginn regelmäßige Feedback-Gespräche
  • Stärken Sie den Mitarbeiter durch ehrliche Anerkennung, bevorzugen Sie ihn aber nicht
    => ehrliches Feedback benötigen alle Mitarbeiter
  • Trauen Sie dem Mitarbeiter wieder verantwortungsvolle Aufgaben zu
  • Ggf. suchen Sie gemeinsam mit ihm eine besser geeignete Aufgabe im Unternehmen
  • Haben Sie keine Angst, viele Menschen kommen gestärkt aus einer solchen Krankheit zurück

Burnout ist ein wichtiges Thema für jede Führungskraft, um selbst leistungsfähig zu bleiben und Warnsignale bei Mitarbeitern rechtzeitig zu erkennen. Nur wer achtsam mit sich selbst umgeht ist ein gutes Vorbild. Für weitere Informationen und eine Analyse Ihrer individuellen Situation stehe ich gerne zur Verfügung. Zu meinem persönlichen Angebot finden Sie hier mehr. Weitere Blog-Beiträge zum Thema Burnout : Blog

Ihre Karen Prillwitz

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert